26.5.2013 2:35

Eindrücke vom Mitgliedertreffen AUF und PBC am 16. Juni 2012 im Kloster Banz

"Schon wieder ein bundesweites Treffen. Ist das nicht ein bisschen übertrieben?" - Vielleicht hat mancher so gedacht, als er die Einladung für diese Veranstaltung zur Kenntnis genommen hat. Dieser Gedanke ist nachvollziehbar - auch ich bin nicht begeistert von der langen Fahrt von Sachsen nach Franken. Aber ich denke, keiner der etwa 60 Teilnehmer hat seine Entscheidung für diese Mühe bereut - auch nicht die über 80jährige Frau aus der Nähe von Bremen, mit der ich ins Gespräch kam.

Der Tagungsraum im Kloster Banz hat sicher schon eine Menge erlebt, wird er doch als
Hauptkonferenzraum der CDU/CSU genutzt. (Wen dieser Ort interessiert, dem sei die Seite
http://www.hss.de/bildungszentren/kloster-banz.html empfohlen.) Aber das, was die beiden
Christen-Parteien AUF und PBC in diesem Jahr vorhaben, ist etwas vollkommen Neues: Die
Vereinigung zweier Parteien, von denen keine bisher im Bundestag vertreten ist. Und deshalb
gibt es eine riesige Menge an Klärung und Organisation zu bewältigen und schließlich in die
Worte von Grundsatzprogramm, Satzung und anderer Papiere zu fassen. Die Aufgabe für
diesen Junisamstag bestand im Gespräch über die Eckpunkte des Grundsatzprogrammes der
zukünftigen Gesamtpartei.
Unsere gesamte Parteiarbeit ist jedoch nicht Menschenwerk, sondern auf Gottes Willen
gegründet. Deshalb begann das Treffen mit dem Lesen von Losung und Lehrtext (Helmut
Jager) sowie einer Andacht (Ole Steffes), abgeschlossen von einem Gebet. Dieter Burr
informierte danach über die am Tag vorher stattgefundene gemeinsame Sitzung der
Bundesvorstände von PBC und AUF und den weiteren Verfahrensweg des
Verschmelzungsprozesses. Dabei dürfte für viele Mitglieder der vorgesehene neue Name sehr
interessant sein. Neben den Meinungen und Wünschen der Parteimitglieder ist dabei auch zu
an den Erhalt vorhandener Mandate zu denken - und inhaltlich stimmig sowie gut zu merken
soll er ja außerdem sein. Ich denke, mit "Christen für Deutschland - Bündnis AUF und PBC" ist
hier eine gute Lösung gefunden worden.
Die Aufgabe des Tages sollten jedoch die Eckpunkte des Grundsatzprogrammes sein.
Dr. Markus Widenmeyer hatte sich die Mühe gemacht, die beiden vorhandenen
Grundsatzprogramme zu vergleichen - das Ergebnis stellte er uns ausführlich vor: In den
meisten Bereichen gibt es keine Unterschiede. Das sollte uns nicht überraschen, denn beide
Parteien haben das gleiche Fundament dafür: den Willen Gottes für das Zusammenleben der
Menschen. Dennoch sollten die Mitglieder Gelegenheit haben, in die Ausarbeitung des neuen
Grundsatzprogrammes einbezogen zu werden. Dies geschah durch Gespräche in fünf Gruppen
über insgesamt acht Fragen, deren Ergebnisse im Plenum vorgestellt, von Dr. Widenmeyer für
alle lesbar notiert wurden und in den Entwurf des Grundsatzprogrammes einfließen werden.
Nach dieser von Mittags- und Kaffeepause unterbrochenen Arbeitsaufgabe informierte uns
Dr. Detleff Karstens kurz über die Ergebnisse der schriftlichen Mitgliederumfrage im Frühjahr:
Etwa 20 % der jeweiligen Parteimitglieder hatten den ausgefüllten Fragebogen zurückgesandt
und sich in der überwiegenden Mehrheit für die Verschmelzung der beiden Parteien
ausgesprochen. Zu den vorhandenen Unterschieden wies Dr. Karstens auf 1. Korinther 12 -
den Leib Jesu - hin: "Wir müssen lernen, uns zu vertragen."
Dieser Standpunkt wurde bestätigt durch die bei allen Gesprächen und den
Meinungsäußerungen des Tages zu erlebende Tatsache, dass unterschiedliche Standpunkte
eher persönlich und nicht parteibezogen waren. Deshalb die Bitte bei vorhandenen Vorbehalten
und Kritikpunkten: Gebt der Sache eine Chance! - nämlich der Gelegenheit, "als
Christen - aufrichtig - Politik machen" (Michael Döbrich). Auch wenn derzeit noch manche Frage
offen bleibt, der Verschmelzungsprozess der beiden Christen-Parteien ist der erste Schritt.
Dafür sprachen sich alle Anwesenden am Schluss der Veranstaltung fast 100 %ig aus.
Mit Gebet und Segen wurde das Treffen offiziell beendet, das mancher der Teilnehmer noch zu
weiteren persönlichen Gesprächen nutzte, bevor die mehr oder weniger weite Heimreise
angetreten wurde.

21.06.2012 22:23 Alter: 338 Tage
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