Gescheitertes Euro-Experiment als Anlass für Stärkung zentralistischer Bestrebungen in Europa?
Seien wir ehrlich: Wer hat gerne die D- Mark gegen den Euro eingetauscht? Wohl eher eine Minderheit der Deutschen. Dabei haben die Menschen allenfalls nach ihrem Bauchgefühl geurteilt, einige sicherlich auch aus der Beobachtung der Entwicklungen der Währungen einiger Nachbarländer, das nahe liegendste Beispiel ist hier eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen: Italien.
Jahrelang war die Lira für ihre konstant hohe Inflation bekannt, plötzlich hielt Italien die Sabilitätskriterien für die Einführung des Euro ein, ein Schelm, wer hier arges denkt.
Aber was Otto- Normalurlauber nur geahnt hat, sollte doch der Finanz- Fachwelt bekannt gewesen sein: Ein Gebilde aus Volkswirtschaften unterschiedlicher Leistungsfähigkeit unter eine einheitliche Währung zu vereinen und auf die u.a. auch schützende Wirkung von Wechselkursen für nationale Volkswirtschaften zu verzichten, kann auf Dauer nicht gut gehen. Trotzdem wurde die Idee der einheitlichen Währung, gegen alle Bedenken und Widerstände umgesetzt. Nun zeigt sich nach 10 Jahren Experiment, dass die Regeln der Finanzmärkte wohl doch gelten, funktionieren und nicht einfach ignoriert werden können, zumindest nicht ungestraft. Gut, das Experiment hat stattgefunden und ist dabei zu scheitern. Aber an Stelle dies einzugestehen, werden jetzt die Trümmer dieses Experiments herangezogen, der Grund für eine weitere Entmachtung der Regierungen der Eurostaaten zu sein: Die gescheiterte Währungsunion wird zum Anlass, eine europäische Wirtschaftsregierung zu fordern! Es ist einfach unglaublich, wie die Menschen in Europa an der Nase herum geführt werden sollen.
AUF fordert seit seiner Gründung die Stärkung der Nationalstaaten Europas und den Schutz regionaler Besonderheiten. Wir stellen uns ausdrücklich gegen Pläne, weitere Befugnisse an Brüssel abzugeben, im Gegenteil: Der Weg kann und darf nur in die entgegengesetzte Richtung gehen: Mehr Verantwortung und Gestaltungsspielraum an die einzelnen Mitgliedsländer der EU!
Steffen Uhlig, Landesvorstand Sachsen


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