17.5.2012 21:29

Historische Verantwortung

Am 13. Februar wurde in Dresden der schrecklichen Bombardierung 1945 unter dem Kommandanten Arthur Harris („Bomber Harris“) gedacht. Viele gedenken schlicht der Männer, Frauen, Alten und Kinder, Unterstützer und Gegner des Regimes, die damals in Dresden erstickten und verbrannten. Wie jedes Jahr gab es aber auch Demonstrationen aus bestimmten politisch-ideologischen Motiven heraus.

Es gibt hier diejenigen, die die Verbrechen an der deutschen Bevölkerung verharmlosen oder verherrlichen, weil sie offensichtlich Abneigung oder gar blanken Hass gegen das deutsche Volk empfinden. Manche von ihnen skandieren: „Bomber Harris do it again!“ (Bomber Harris, mach es nochmal!). Eine andere Gruppe will den Jahrestag nutzen, um die Verbrechen, die im Namen des deutschen Volkes durch die nationalsozialistische Regierung begangen wurden, zu verharmlosen oder gar die dahinter stehende Ideologie zu glorifizieren.

Man sieht hier: Die Versuchung ist groß, Unrecht und schreckliches menschliches Leid zu bagatellisieren oder gar zu glorifizieren – zu eigenen politisch-ideologischen Zwecken.
Als christliche Partei hat die AUF-Partei einen ganz anderen Blick: Unrecht ist Unrecht, unabhängig von dem, was gerade politisch korrekt ist und wer es begangen hat. Im Zentrum stehen nicht geschichtliche Deutungen und Umdeutungen, sondern historische und moralische Tatsachen. Unsere Aufgabe ist es, Unrecht zu benennen. Haben wir den Mut dazu? Der große Prophet Jesaja hat vor über 2500 Jahren gesagt: „Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse“. Jedes Verharmlosen und Verschweigen von Unrecht, das Menschen an Menschen begehen, ist zynisch!

Menschen neigen dazu, das Unrecht ihrer eigenen Zeit zu ignorieren, zu verharmlosen oder es gar willkommen zu heißen. Das ist viel bequemer, denn man muss sich dann nicht damit auseinandersetzen und gegen den Strom schwimmen. Die Deutschen haben 1933 mit rund 44 % die NSDAP gewählt. Andere, ähnlich problematische Parteien, wie die „Kampffront“ und die „Kommunistische Partei“ erhielten damals zudem zusammen über 20 % der Stimmen. Aber auch die meisten Regierungen der Alliierten, welche den Massenmord an den Zivilisten zu verantworten haben, in Dresden, aber auch in Hamburg, Hiroshima und Nagasaki, wurden demokratisch gewählt. Das Demokratieprinzip schützt nicht gegen historisches Unrecht. Aber es zeigt uns, dass auch Völker Schuld auf sich laden können.

William Wilberforce (1759-1833) ist für uns ein positives Beispiel. Er hat im parlamentarischen Großbritannien den Großteil seines Lebens für die Aufhebung und Ächtung der Sklaverei gekämpft. Grundlage war sein christlicher Glaube. Er wurde viele Jahre bekämpft, als „Fanatiker“ bezeichnet, verleumdet und musste gar um Leib und Leben fürchten. Nach Jahrzehnten oft entmutigender Auseinandersetzungen und Rückschläge schenkte ihm Gott Erfolg. Die Sklaverei wurde abgeschafft. So ist es auch unsere Pflicht, Unrecht ohne ideologische Verharmlosung wahrzunehmen, zu benennen und dagegen aufzustehen.

Heute ist das große historische Unrecht zweifellos die staatlich freigegebene, massenhafte Tötung von Kindern im Mutterleib. Heute wird millionenfach menschliches Leben getötet, weil es unterschwellig als „lebensunwertes Leben“ deklariert wird, das der Staat nicht strafbewehrt zu schützen brauche. Diese schreckliche Praxis wird von der Bevölkerung politisch toleriert, wenn nicht gar aktiv gewünscht: Über 90 % der Wählerstimmen fallen auf Parteien, die dieses Unrecht herbeigeführt haben und zu verantworten haben.
Stehen wir gegen dieses und anderes Unrecht auf, wie damals William Wilberforce gegen die Sklaverei!

Dr. Markus Widenmeyer,
stellvertretender Bundesvorsitzender
Kontakt: Markus.Widenmeyer(at)AUF-Partei(dot)de

 

18.02.2012 17:56 Alter: 89 Tage
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