17.5.2012 21:30

Keine Beratungsscheine für Abtreibung mehr ausstellen

Die AUF-Partei unterstützt die Forderung des Ethik-Professors Rainer Mayer nach einem Ausstieg der Evangelischen Kirche aus der Schwangerenkonflikt-Beratung nach staatlichen Vorgaben.

Prof. Rainer Mayer (Bild: privat)

Prof. Rainer Mayer

Wie das Nachrichtenportal idea (www.idea.de) mitteilt, sprach sich Mayer bei einem Studientag der württembergischen Pfarrer-Arbeitsgemeinschaft „Confessio" in Stuttgart für den Ausstieg aus.

Dass staatlich anerkannte Beratungsstellen eine Bescheinigung ausstellen müssen, die Voraussetzung für eine straffreie Abtreibung ist, sei weder mit dem christlichen Glauben noch mit dem Grundgesetz vereinbar. Kirchliche Stellen, die in das staatliche Pflichtberatungssystem eingebunden seien, beteiligten sich „an der Korrumpierung des Rechtssystems zum Schaden der gesamten Gesellschaft". Mayer: „Mit der Ausgabe des Scheins wird faktisch die Tötung des ungeborenen Lebens freigegeben." Der Theologe forderte die evangelische Kirche auf, nach anderen Wegen zu suchen, um Frauen in schwieriger Situation soziale und materielle Hilfen anzubieten. Die katholische Kirche in Deutschland war im Januar 2001 aus dem Beratungssystem ausgestiegen, nachdem Papst Johannes Paul II. (1920-2005) 1999 die Anweisung dazu gegeben hatte. Der Vorsitzende des Pforzheimer Vereins „Hilfe zum Leben", Reinhard Klein, berichtete auf dem Studientag, dass die vom Verein getragene Beratungsstelle „Ausweg" großen Zulauf von Frauen mit Schwangerschaftskonflikten habe, obwohl bekannt sei, dass sie keine Beratungsscheine ausstelle.

Hierzu die Position von Walter Schrader, Vorsitzender des Arbeitskreises Lebensrecht und Familie der AUF-Partei:

"Das sogenannte Beratungskonzept zum Paragrafen 218 von 1995 hat versagt. Es beinhaltet als Kernaussage: "Abtreibung ist unrechtmäßig, bleibt aber straffrei", z.B. wenn die Frau durch einen Beratungsschein nachgewiesen hat, dass sie beraten wurde. Dies hat dazu geführt, dass die meisten Menschen verinnerlicht haben, dass Abtreibung erlaubt sei. Das Unrechtsbewusstsein zu dieser existenziellen Frage ist somit geschwunden und die "Beratungsregelung" hat zu einer Rechtsverwirrung geführt. Die AUF-Partei begrüßt und unterstützt deshalb nachdrücklich die Position des Ethikprofessors Rainer Mayer .

Die evangelische Kirche wird glaubwürdiger, wenn sie das "Scheinsystem" verlässt und auf wirksame Beratung und Hilfe für Schwangere in Not setzt."

 

Kontakt: Walter.Schrader(at)AUF-Partei(dot)de

 

 

17.08.2010 11:57 Alter: 2 Jahre
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