11.3.2010 20:23

Blick nach Vorn: Warum die AUF bewusst (noch) nicht zur Bundestagswahl antritt

Immer wieder werden wir von AUF-Mitgliedern und Interessenten gefragt, warum die AUF-Partei bei den kommenden Wahlen zum Deutschen Bundestag nicht antritt, auch nicht in den Bundesländern, in denen bereits ein AUF-Landesverband besteht. Auf den ersten Blick mag es anmuten wie ein Rückzieher, ein Resignieren vor den Hürden und Schwierigkeiten eines Wahlantritts. Doch das Gegenteil ist der Fall!

der Weg zur Entscheidung

Auf dem Bundesparteitag im Januar 2009, bei welchem mit großer Mehrheit die Teilnahme der AUF bei der Europawahl beschlossen wurde, wurde mit ebenso eindeutiger Mehrheit ein positver Beschluss zur Teilnahme bei der Bundestagswahl abgelehnt. Warum?

Wie wohl jede politische Partei will die AUF-Partei am Prozess der politischen Willensbildung und Gestaltung unserer Gesellschaft teilnehmen und das beinhaltet grundsätzlich auch die Teilnahme am politischen Wettbewerb, also an Wahlen. Die Erfahrungen anderer Parteien haben jedoch gezeigt, wie groß auch die Gefahr ist, dass man „seinen Hut zu früh in den Ring wirft" und dann bei wichtigen Wahlen – teilweise über Jahrzehnte - über einen ganz geringen Stimmenanteil nicht hinaus kommt. Eine Teilnahme an Wahlen ohne tragfähige Strukturen und fundierte Programmaussagen schafft auf lange Zeit ein fatal negatives Bild einer Partei.

Die AUF-Partei ist noch jung, befindet sich im Aufbau und hat bisher sieben aktive Landesverbände, zwei weitere werden voraussichtlich bald dazu kommen. Diese Ausgangslage hätte dazu geführt , dass AUF nur in einigen wenigen Bundesländern zur Bundestagswahl hätte kandidieren können, was die oben beschriebene Problematik noch verstärkt hätte.

unser Selbstanspruch

Nicht zuletzt hat AUF auch den Selbstanspruch an sich, inhaltlich eine kompetente, nachvollziehbare und auf ein ausgereiftes Programm gestützte Realpolitik zu machen, die den Menschen in unserem Land eine realistische Alternative zu den etablierten Parteien bietet. Zur Europawahl ist AUF deshalb mit einem zuvor erarbeiteten ausführlichen Europawahl-Programm und kompetenten Kandidaten und Kandidatinnen angetreten. Mit den noch sehr überschaubaren zur Verfügung stehenden Mitteln haben wir unseren ersten Wahlkampf bestritten. Der am gleichen Wahltermin erfolgte Antritt von AUF-Kandidaten bei den Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland hat gezeigt: Dort wo AUF vor Ort aktiv und den Menschen bekannt ist, sind politische Erfolge realisierbar. Dies zeigt uns die Richtung, in die wir gehen wollen.

Die Entscheidung gegen eine Teilnahme an der Bundestagswahl hat sich AUF nicht leicht gemacht. Die Tatsache, dass andere Kleinparteien bei dieser Wahl in weniger Bundesländern als früher wählbar sind, zeigt, dass die Entscheidung richtig und verantwortungsvoll war.

unsere Vision

Wir wollen als AUF-Partei in den kommenden Monaten an Mitgliedern wachsen, weitere Landes- und Kreisverbände gründen, unser Programm schärfen und fortentwickeln und somit die Basis für zukünftige politische Erfolge schaffen.

Unsere Vision ist und bleibt die aktive Einbringung in die Politik unseres Landes und der Einzug in die Gemeinde-Räte, Landesparlamente und den Bundestag. Dafür brauchen wir die Mithilfe von Vielen, deshalb ist jedermann /-frau herzlich eingeladen, bei AUF mitzuarbeiten. Als aktuelle Beispiele seien hier die Teilnahme an der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen und die Vorbereitungen zur Gründung eines AUF-Landesverbandes in Thüringen genannt.

In der Ausgabe Nr. 31/32, 6.8.09 zitiert ideaSpektrum auf S. 7 den Wiener katholischen Theologen Professor Paul Michael Zulehner: "Gerade die Gläubigen werden in Zukunft auch handfest politisch sein müssen. Es wäre schade, würde sich in Europa ein Christentum etablieren würde, wo die Menschen nur noch fromm, aber politisch abwesend sind."

Christen sind zur aktiven Weltgestaltung und Weltverantwortung aufgerufen. Dies schließt eine Mitwirkung im demokratischen Willensbildungsprozess ein, zumindest durch Wahrnehmung des Wahlrechts. AUF wird getragen von Christen, die sich aktiv politisch betätigen. Wir laden Christen aus allen Denominationen und Konfessionen ein, sich bei AUF zu engagieren, um mittelfristig eine klar christlich positionierte politische Kraft aufzubauen. Beispiele aus anderen Ländern (z.B. Niederlande, Südafrika) zeigen, dass dies gelingen kann. AUF strebt an, zu einer parlamentarischen Partei mit 8 - 10 % Wählerstimmen zu werden.

 

18.08.2009 09:54 Alter: 205 Tage

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