7.9.2010 14:47

Mediengewalt erzeugt echte Gewalt: Aktuelle Studie verdichtet diese Vermutung

Die Vermutung, dass Gewalt in den Medien auch echte Gewaltbereitschaft erzeugt ist nicht neu. Es zeigt sich jedoch, dass die Spiele-Lobby immer wieder eine starke Front dagegen fährt. Drahtzieher dieser Lobby sind Hersteller und ihre Nutznießer wie Zeitschriften, Händler und Online-Portale. Ziel im Visier der Lobby: Unter anderem die TV-Sendung Frontal21. PC-Spielezeitschriften und Weblogs liefen Sturm gegen das Format. Teenager, die sich in der Differenzierungsphase gegenüber ihren Eltern befinden, verwerten die Argumente der Lobby gerne für sich. Der Slogan der Spieler: "Gaming is not a crime" Spielen ist kein Verbrechen. Die Spiele-Hersteller selbst hüllen sich meistens in Schweigen. Haben sie doch eine starke Medienfront auf ihrer Seite. Die Studie der Uni Tübingen jedoch, nimmt der Lobby etwas den Wind aus den Segeln.

Bild eines Teenagers, der eine Pistole in die Kamera hält.

Solche Fotos gelten
in der Spiele-Lobby
als überzogene Drohkulisse.

Die Studie, an der etwa 1400 Schüler beteiligt waren, erkennt einen Zusammenhang zwischen Konsum und Gebrauch von Gewalt bei Jugendlichen. Lesen Sie den Artikel der Uni:

In einer neuen Studie von Erziehungswissenschaftlern und Psychologen wurde herausgefunden, dass der Missbrauch von gewaltverherrlichenden Medien in Kinderjahren zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren führen kann. Prof. Günter Huber von der Universität Tübingen, Dr. Werner Hopf, Psychologe bei der Schulberatung Oberbayern-Ost, und Dr. Rudolf Weiß, früher Oberschulamt Stuttgart, untersuchten dies in einer zweijährigen Längsschnittstudie mit Hauptschülern aus Bayern.

Die Studie umfasste zwei Fragebögen. Auf dem ersten gaben die Schüler an, wie oft sie als Kind mit Gewalt in Medien konfrontiert wurden. Außerdem wurde der momentane Konsum an gewalthaltigen Medien eingeschätzt. Diese Befragung wurde zwei Jahre später wiederholt. Zusätzlich wurde ein zweiter Fragebogen ausgewertet, der Aufschluss darüber gab, wie Jugendliche in bestimmten Konfliktsituationen über den Gebrauch von Gewalt entscheiden würden.

Beteiligt waren 1400 Schüler, 653 nahmen an der Längsschnittstudie teil. Die Auswertungen ließen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Horror- und Gewaltfilmen in frühen Jahren und in der Pubertät erkennen. Die Bereitschaft zur Gewalt stieg über die Jahre mit zunehmendem Konsum von medialer Gewalt. Die größte Gefahr liegt nach der Studie in der Nutzung von Computergewaltspielen. Pädagogische Maßnahmen genügen nach Meinung der Wissenschaftler nicht, um den Konsum gewalthaltiger Medienprodukte zu reduzieren. Deshalb sei auf politischer Ebene ein Verbot von extrem gewalthaltigen Video- und Computerspielen einzufordern.

Link zur Veröffentlichung und Download als PDF: Uni Tübingen

03.09.2008 08:31 Alter: 2 Jahre
Jetzt bookmarken:addthis.comask.combackflipblinkbitsblinklistblogmarksbluedot.usco.mmentsconnoteadel.icio.usde.lirio.usdigg.comFark.comFeed me links!FolkdFurlgoogle.comhype it!LinkaGoGoLinkaARENAlive.comMa.gnoliaMister WongMyLink.denetscapenetvouznewsvine.comoneviewRawSugarRedditscuttleshadowsSimpySmarkingSpurlstumbleupon.comTailRankTagThatTechnoratiWebnewsWinkWistsYahooMyWebYiggIt