Ministerin muss zurückrudern: Geburtenzahl nicht gestiegen
Berlin / Wiesbaden (idea) Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich geirrt: Im vorigen Jahr ist die Zahl der Geburten gesunken und nicht gestiegen, wie sie im Februar vorhergesagt hatte.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Wiesbaden) vom 7. April ist nach vorläufigen Ergebnissen die Zahl der lebend geborenen Kinder in Deutschland im Jahr 2008 mit 675.000 Kindern um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (683.000 Geburten) leicht zurück gegangen. Grund sei die schwächere Geburtenentwicklung in den letzten Monaten des Jahres. Diesen "ungewöhnlichen Einbruch" habe niemand vorhersehen können, sagte von der Leyen in Berlin. Der Mut zu Kindern sei noch "ein zartes Pflänzchen". Die Ministerin setzt weiter auf das Elterngeld und andere Hilfen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, etwa den Ausbau der Kindertagesstätten auch für Kleinkinder.
"Christdemokraten für das Leben" rügen Familienpolitik
Scharfe Kritik an der Familienpolitik übte die Initiative "Christdemokraten für das Leben" (CDL) bereits, als die Ministerin einen Anstieg der Geburtenzahlen prophezeite. "Es spricht nicht für eine glaubwürdige Familienpolitik, wenn das Familienministerium einerseits falsche Prognosen zur Geburtensteigerung als Erfolgsbeleg benutzt und andererseits die weiterhin dramatisch hohen Abtreibungszahlen mit völligem Schweigen übergeht und ignoriert, so die CDL-Vorsitzende, Mechthild Löhr. "Wenn nahezu jede fünfte Schwangerschaft mit einer Abtreibung endet, und mehr als 144.000 junge Mütter und Väter ein Kind zur Tötung freigegeben haben, ist dies leider ein eindeutiger Beleg dafür, dass es keineswegs gelungen ist, mehr junge Frauen zu einem Kind zu ermutigen."
Bild: A.Baumann / pixelio.de


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